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Ergonomie und gutes Wohndesign – wie lässt sich ein Homeoffice geschickter in die Gestaltung seiner eigenen vier Wände integrieren?

Aus der Notsituation von 2020 ist längst ein fester Bestandteil vieler Berufe geworden: Arbeit im Homeoffice. Damit steigen auch die Ansprüche an die eigenen vier Wände. Musste früher ein Laptop auf dem Küchentisch genügen, so werden heute schnell dauerhafte Arbeitsplätze gefordert, die vielleicht gestalterisch überzeugen, aber nicht jeder für sich auch ergonomisch funktionieren. Die Herausforderung besteht also darin, gute Gestaltung mit Ergonomie unter einen Hut zu bringen – ohne dass der Wohnraum wie ein Großraumbüro aussieht und ohne dass der Arbeitsplatz als improvisierter Notbehelf dient.

Gestaltung mit ergonomischen Grundlagen beginnen

Bevor wir uns der Gestaltungsperspektive zuwenden, lohnt ein Blick auf die technische Rahmensetzung. In der DIN EN 527 wird die Maßnormung für Büroarbeitstische geregelt, die Arbeitsstättenverordnung gibt Hinweise zu Bildschirmarbeitsplätzen. Ein sinnvoller Verstellbereich für die Tischhöhe liegt zwischen 65 und 85 cm – so können sowohl Personen mit einer Körpergröße von 1,60 bis 1,90 m eine gesunde Sitzhaltung auf den Stühlen einnehmen. Ideal sind Bürostühle mit Synchronmechanik, mit einer höhenverstellbaren Rückenlehne und mit Sitztiefenverstellung.

Die Möbel selbst sind jedoch nur die eine Seite, auch die jeweiligen Bildschirmpositionen, Blickwinkel und Beleuchtungsstärken spielen eine Rolle. Für konzentriertes Arbeiten am Bildschirm gilt ein Wert von etwa 500 Lux, wobei Blendungen durch Fenster oder direkt auf die Arbeitsfläche gerichtete Spots zu vermeiden sind. Wer diese Kennzahlen kennt, kann bei der Möbel- und Leuchtenwahl deutlich zielstrebiger entscheiden.

Materialien, Farben und Formen – die Brücke zwischen Wohnen und Arbeiten

Um sich in das bestehende Wohnkonzept einfügen zu können, hilft ein durchdachter Umgang mit Materialien und Farben. Massivhölzer, gebürstetes Metall, matte Pulverbeschichtungen, textile Oberflächen wirken wohnlich und lassen sich gut mit klassischen Wohnmöbeln kombinieren. Grelle Kunststoffe, glänzende Chromflächen, aufdringliche Kabelkanäle sind störend für den Gesamteindruck und sprechen sofort das Bild des klassischen Büros an.

Farbkonzepte lassen sich gut übertragen, wenn Schreibtisch, Stuhl und Regale in einer Palette bleiben mit dem Wohnzimmer oder Schlafzimmer, das sie umgibt. Warme Grautöne, gedecktes Grün, Sand oder Anthrazit fügen sich in jedes Interior tiefenentspannt ein. Minimalisten profitieren von schlichten Linien und offenen Rahmenkonstruktionen. Verspielt geht es auch bei den Arbeitsmöbeln zu, wenn das Interieur es zulässt. In solchen Räumen arbeiten Möbel mit Details, Holzkanten oder Textilelementen.

Es lohnt sich, einen Blick auf Anbieter zu werfen, die gezielt hochwertige Büromöbel für maximale Performance im Homeoffice entwickeln und dabei sowohl ergonomische Standards als auch gestalterische Ansprüche erfüllen. Höhenverstellbare Tischgestelle, akustisch wirksame Trennelemente und aufeinander abgestimmte Serien machen es leicht, eine visuelle Einheit entstehen zu lassen.

Zonierung kleiner Wohnungen und offener Grundrisse

Nicht jeder Haushalt hat ein eigenes Arbeitszimmer. Umso mehr stellt sich die Frage, wie Arbeitszonen von Wohnzonen abzugrenzen sind, ohne dass Räume kleiner erscheinen. Möglichkeiten gibt es viele. Ein Sideboard oder halbhohes Regal kann als Raumteiler fungieren, Stauraum bereitstellen und die Bereiche sanft verbinden. Teppiche unterschiedlicher Größe definieren Zonen auch dort, wo keine bauliche Trennung möglich ist.

Wandpaneele mit textiler Oberfläche verbessern die Akustik und vermindern den Hall, besonders in Altbauwohnungen mit hohen Decken oder Neubauten mit großen Fensterflächen. Dies hat auch Einfluss auf die Sprachqualität während Videokonferenzen. Pflanzen übernehmen diese Aufgabe ebenfalls, verbessern das Raumklima und sorgen für weichere Übergänge. Wer viel zwischen konzentrierter Arbeit und Videocalls wechselt, sollte den Arbeitsplatz so ausrichten, dass sich hinter dem Bildschirm eine ruhige, aufgeräumte Bildfläche entfaltet.

Licht, Technik und die Kleinigkeiten, die alles entscheiden

Beleuchtung ist einer der meist unterschätzten Faktoren. Ein Arbeitsplatz ist auf eine Dreiteilung seines Lichts angewiesen: Grundlicht, funktionales Arbeitslicht, indirektes Licht. Eine Schreibtischleuchte mit dimmbarer Farbtemperatur von 2700 bis 5000 K erlaubt es, tagsüber konzentriert zu arbeiten und abends mehr Gemütlichkeit zu schaffen. Wandleuchten oder Stehleuchten in der Peripherie verhindern zu starke Kontraste von hellen Bildschirmen zu dunklen Wänden.

Die Kabelführung entscheidet mit über den Gesamteindruck. Integrierte Kabelkanäle in Schreibtischen, magnetische Halter oder Textilschläuche halten den Luftraum unter dem Tisch aufgeräumt. Ladestationen, Dockingstationen und Monitorarme reduzieren die sichtbare Technik. Wer von Anfang an mit diesen Dingen rechnet, muss später nicht mit Provisorien leben.

Offene Regale wirken leicht, lenken aber den Blick auf sich und verlangen nach Ordnung. Geschlossene Schränke, hinter denen sich Ordner, Kabel, Bürobedarf verbergen, sind für die meisten Nutzer die entspannendere Lösung. Modulare Systeme, die sich bei Bedarf erweitern lassen, sorgen dafür, dass man nicht in eine Situation gerät, in der sich Arbeitsweise oder Wohnlage grundlegend ändern.

Wer die ergonomischen Basics kennt, gestalterisch nach dem 1x1 der Gestaltung wählt, Räume klug zoniert, hat ein Homeoffice, das sich nicht wie ein Fremdkörper anfühlt. Der Arbeitsplatz wird Teil des Wohnraumes, nicht sein Gegenteil. Und darin liegt der Wert eines durchdachten Konzepts, das Ergonomie und Wohndesign nicht als Gegensätze begreift, sondern als zwei Seiten einer Medaille.

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